Sonntag, 18. März 2012

Neues Dach - Abriss

Offiziell seit 1970 als krebserzeugend bewertet, gilt seit 2005 ein generelles EU-Verbot: Asbest will keiner mehr. Auch wir nicht. Und schon gar nicht auf dem Dach unseres Kleingartens. Natürlich sind Asbestzement-Dachwellplatten per se keine direkte Gefahr. Aber auch die Indirekte gefällt uns nicht.

Bei der Bearbeitung der Platten muss einiges beachten werden. Krebserregend ist der Feinstaub. Die Platten dürfen deshalb nicht zerbrochen werden. Bohren, zersägen oder andere "Staubentwickler" sind ebenfalls zu vermeiden. Zudem muss Asbest als Sondermüll fachgerecht entsorgt werden. Wer so ein Projekt plant, sollte sich zuvor mit der örtlichen Entsorgungsfirma in Verbindung setzen. Aber an dieser Stelle sei schon mal angemerkt: Die Entsorgung kostet fast so viel, wie das neue Dach selber!


Der Rückbau des Daches verlief einfacher als gedacht. Dafür gab es danach neue Probleme. Die Unterkonstruktion ist über große Teile so vermodert, das wir zum einen verwundert waren, nicht eingebrochen zu sein und sie zum anderen leider nicht mehr für das neue Dach verwendet werden kann. Das war anders geplant.



So blieb uns erst einmal nichts anderes übrig, als das offene Dach vor der bevorstehenden Regenfront tagsdrauf zu sichern und das Projekt um eine Woche zu verschieben. Nach den bisherigen Erfahrungen mit dem Garten war der Zustand zwar zu erwarten, wir hatten jedoch auf positivere Ergebnisse gehofft.


Und wenns nicht weiter geht, geht eines im Garten immer: grillen. Passender Weise zeigte sich dazu auch die Sonne und so konnten die neuen Geschehnisse bei Würstchen und kühlem Bier besprochen und für nächste Woche schon einmal vorgeplant werden...

Sonntag, 4. März 2012

Apfelbaum schneiden

Manche Themen wiederholen sich durch sämtliche Literatur. "Rasen vertikutieren" zum Beispiel. Oder eben "Obstbaum schneiden". Aber anstatt die wesentlichen Dinge dazu zu erläutern, werden die Themen nur angerissen oder anhand von kleinen Bildchen erklärt. Für Ahnungslose nicht wirklich nachmachbar.


Zum Glück bietet unser Kleingartenverein unter anderem auch dazu Fachseminare an. Nach einem Theorieabend ging es hinaus zum praktischen Teil - in unserem Garten. Die Bäume wurden schätzungsweise 15 Jahre nicht angerührt. Und davor auch nicht wirklich "fachgerecht". Äste und Spitzen sind dermaßen verwachsen, dass nur noch ein radikales Ausdünnen machbar und notwendig ist. Überall sind Pilze und Flechten, die sich ohne Luft und Licht am wohlsten fühlen.

Doch wie macht man das? Als brauchbar haben sich eine kleine Astsäge, große Astschere und kleine Gartenschere erwiesen. Bei der Astsäge reicht das einfachste Modell. Hilfreich bei der Astschere sind in der Länge verstellbare Griffe und die Gartenschere sollte gut in der Hand liegen und ruhig etwas teurer sein.

Bevor man loslegt, sollte man etwas wissen: wenn man einen Ast einfach abschneidet, wird der Apfelbaum an dieser Stelle drei neue Triebe ins Leben schicken. Wenn man diese wiederum abschneidet, entstehen neun Neue usw. Wie man auf den oberen Bildern sieht, hat der Baumexperte beim schneiden immer einen von den drei Trieben stehen gelassen. Der Baum stärkt nun diesen und wird keine neuen an die Stelle setzen. Ich empfehle, über das Prinzip mit jemanden Erfahrenen zu sprechen und sich noch 2-3 weitere Tipps einzuholen, bevor man stumpf an dem Baum herum schnibbelt. Und das ist mein Ergebnis danach:


Das waren zwei Bäume. Mittlerweile habe ich vier Weitere geschnitten, jedoch warten immer noch Zwei, plus zwei weitere "Halbe". Macht also insgesamt 10 Bäume und jede Menge anfallendes Altholz, wie man oben auf dem Bild sieht. Das ist alleine aus einem Baum. Zum Glück haben wir einen Kamin und damit nun jede Menge Feuerholz. Das allerdings auch noch entsprechend zerkleinert werden "darf."

Samstag, 28. Januar 2012

Winter-Wunder-Land



Die Temperaturen sinken. Es fiel Schnee. Im Garten ist immer etwas zu tun. Erst recht in unserem. Eigentlich wollten wir nur ein paar Müllsäcke und Holz auf ihren Abtransport vorbereiten. Und haben im Anbau den gleichen PVC-Teppich entdeckt, der auch in der Laube "verbaut" war. Inklusive Spanplatten. Mit selbigen Ergebnis: nasser Fußboden, morsches Holz. Also raus damit. Und so langsam wird klar: Die To-Do-Liste wird immer länger und detaillierter.


Donnerstag, 26. Januar 2012

Gartenbücher

Wer keine Ahnung hat, liest sich welche. Gerade im virtuellen Zeitalter ist das recht simpel. Aber auch im wahrsten Sinne recht "viel seitig". Die Resultate der Suchmaschine sind enorm. Das Internet voller Informationen. Lesen am Monitor finde ich persönlich jedoch unentspannt. Aber auch die Papierform erschlägt einen mit Auswahl. Ein Fazit nach drei unterschiedlichen Büchern:

Das Beste der Dreien. Gartenarbeit leicht gemacht. Man sucht sich den aktuellen Monat und findet entsprechende Tipps und Hinweise, was in der Zeit gemacht werden muss/könnte/sollte. Einfacher geht es im Grunde nicht. Man erntet, was man sät. Hier erfährt man den richtigen Zeitpunkt dafür und worauf man dabei achten sollte.

Etwas für den groben Überblick zum Thema Schrebergarten für jemanden, der absolut keine Ahnung hat. Das Vereinsleben wird z.B. vorgestellt, rechtliche Dinge. Dazu gibt es Mustergärten nach verschiedenen Kriterien und eher allgemeine Tipps, wie man ihn gestaltet (Anlegen von Wegen, Beete, etc). Mir gefällt es nicht, weil man sich meistens einen schon bestehenden Garten pachtet und damit die Neugestaltung eingeschränkt und Ortsgebunden ist.

Hat relativ wenig mit dem Leben im Schrebergarten zu tun! Der Autor Wladimir Kaminer gönnt sich erst einmal einen, erzählt auch halbwegs gelungen und recht unterhaltsam aus einem Gartenjahr die ein oder andere Anekdote, der Schrebergarten an sich ist dabei aber nur ein Randgebiet. Es schweift bis nach Russland und in andere Tiefen ab, die mich nicht sonderlich berührt, interessiert oder anderweitig unterhalten haben.

Montag, 23. Januar 2012

Pachtvertrag

Er ist unterschrieben. Nun sind wir offizielle Pächter unseres Kleingartens und Mitglied im entsprechenden Kleingartenverein. Dazu wurde ein Kleingartenpachtvertrag geschlossen, der alle entsprechenden Dinge regelt, ein zweiter Satz Schlüssel, sowie einige Ratschläge ausgehändigt und das Ganze vom Vorstand des Vereins abgesegnet – in 3-facher Ausführung.

Bei dem „Sprechtag" lernten wir auch direkt einige der Mitglieder und Funktionäre der Kolonie kennen. Und sind einige Jahre unter dem Altersdurchschnitt, der sich wohl bei 60+ einpendeln dürfte. Das macht aber erst einmal nichts, da bisher alle mehr als nett und zuvorkommend waren. Und wir den Garten nicht nur zum Party feiern gepachtet haben. Von daher dürften die Interessen in die selbe Richtung laufen. Jetzt fehlt nur nach etwas besseres Wetter…

Sonntag, 15. Januar 2012

Nachbarschaft

Bei der Reparatur der Dachbodentür, bot sich bei herrlichem Sonnenschein ein schöner Blick in die Nachbarschaft:


Samstag, 14. Januar 2012

Sturmschaden

Erst kam lange Zeit kein Regen, dann gleich Unmengen mit einem Sturmtief. Wirkliche Sorgen haben wir uns nicht gemacht. Nur das zum durchlüften offen gelassene Fenster, hätte vielleicht in Mitleidenschaft geraten können. Umso überraschter war der Anblick des ausgerissenen Dachbodenfensters auf dem Vordach.

Der sich darbietende Anblick im Inneren überraschte dagegen nicht. Obwohl wir schon so viel von dem Müll unserer Vorpächter entsorgt haben, liegt immer noch Einiges auf dem kleinen Dachboden und damit jede Menge Arbeit vor uns. Komischer Weise gewöhnt man sich nicht daran. Der Kopf wird immer noch ungläubig beim Anblick geschüttelt...

Die Reparatur war kein Problem. Die Tür muss sich beim Wind gelöst haben. Das Hin- und Herschlagen hat das alte Holz nicht standgehalten. Es ist an den Angeln über die gesamte Länge gebrochen. Man konnte die Tür jedoch wieder einsetzen. Ein Hammer und ein paar Nägel erledigen fürs Erste den Rest.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Auf die Laube, fertig, los!

Seit der Schlüsselübergabe ist etwas Zeit vergangen. Wir hatten eben Selbige nicht. Umso motivierter ging es an diesem Wochenende ans Werk. Der vergammelte Boden sollte raus. Wenn nicht ein Problem aufgekommen wäre:
es war kein Boden mehr da?!

Fleißige Hände hatten in der Zwischenzeit die Arbeit erledigt. Das wünscht man sich im Normalfall. Wir waren jedoch irritiert und dann etwas verschämt. Die fleißige Hände gehören zu einem 77jährigen und das hätte er auf keinen Fall machen müssen!

Wir hätten noch genug Arbeit mit dem Garten und er wollte uns zum Anfang ein Willkommensgeschenk machen. Das ist gelungen! Und unsere Dankbarkeit wird ebenso groß ausfallen, das ist schon einmal sicher. Also blieb erst einmal nur Fotos machen:


Vorher - vergammelter Boden - Nachher


Dank der großen Hilfe konnten wir uns in der Laube an die restlichen Arbeiten machen. Sämtliche Tapeten, Isolierungen und anderweitige Aufputzinstallationen aus vergangenen Tagen müssen leider weichen. Wir machen alles. Und zwar neu. Alles andere macht ansonsten nämlich keinen Sinn.

Aber bei der damaligen Begutachtung kam noch mehr zum Vorschein, eben jene Arbeit, die auf uns wartet. Unter anderem: der Dachboden.

Es war unfassbar. Wir fanden Zeitungen von 1968. Seit dem Zeitpunkt schien der Dachboden die Entsorgungsstation gewesen zu sein. Zwei Fahhrräder haben wir in Einzelteilen gefunden, diverse zerleegte Möbel, Koffer voll mit Anziehsachen, Schuhe über Schuhe, Bettzeug, Haushaltsgegenstände, Metallschrott...


Wir waren schockiert und erstaunt zu gleich. Fenster auf und rein geschmissen. Von beiden Seiten. Über Jahre hinweg. Anders kann man sich das nicht vorstellen. So viel Krempel. Und immer wieder Holz, Holz, Holz (siehe Haufen hinten links im Hintergrund). Ohne Atemmaske ging bei dem staubigen alten Zeug nichts.


Freitag, 25. November 2011

Schlüsselübergabe

Der Schlüssel ist gestern übergeben worden, die komplette Umschreibung erfolgt dann im Januar, da der Vorstand nur jeden 3. Donnerstag ein Treffen hat und dieses im Dezember ausfällt.

Mittwoch, 16. November 2011

Garten unser


Geschafft. Nach dem theoretischen Teil und der praktischen Suche, kam gestern nun die telefonische Zusage für Garten Nr. 104. Über die Handhabung der aufgetretenen Mängel wurde man sich einig. Nach der Schlüsselübergabe kann es losgehen.

Sonntag, 13. November 2011

Auf der Suche...

Die Suche nach einem Garten war schnell erfolgreich. Im Internet gab es zahlreiche, die anscheinend geeignet wären. In der Realität jedoch nur wenige. Mit einem Fahrrad ging es auf Erkundungstour und dabei wurden viele schnell von der Liste wieder gestrichen.

Wir möchten nicht neben einer Bahnstrecke sitzen müssen. Auch eine Kolonie in "Reih und Glied", wo der Rasen anscheinend mit einer Zollstock gemäht wird, entspricht nicht so unseren Vorstellungen. Einen Garten hätten wir direkt genommen. Andere jedoch auch und so kamen wir zu spät. Er war schon vergeben.

Das Ganze dauerte ein paar Wochen. Immer mal wieder fuhren wir sonntags mit dem Fahrrad durch die Kleingartenanlagen von Hannover und schauten uns um. Dadurch bekamen wir schnell eine Gespür, was uns wichtig war und was gar nicht ging. Und letzten Endes fanden wir einen Garten recht ansprechend:



400qm, ein Kirschbaum, 6 kleine Apfelbäume. Ein älteres Ehepaar war Jahrzehnte lang Pächter, konnten zum Schluss aber altersbedingt nicht mehr viel machen. Der Mann verstarb schließlich in diesem Jahr, seine 87 Jahre alte Frau schafft die Gartenarbeit alleine nicht mehr.

Wir waren einverstanden. Der Gutachter hatte für die Übergabe ein paar Auflagen erteilt, die innerhalb von einem Jahr erfüllt werden müssen. Das liegt normaler Weise beim Vorpächter, aber wenn der Nachpächter das macht, reduziert sich der zu bezahlende Wert entsprechend. Wir gaben unsere Bewerbung für den Garten ab.

Und erhielten zwei Wochen später einen Anruf. Es sind verdeckte Mängel beim Ausräumen der Laube aufgetaucht, die müssten wir uns einmal anschauen. Das taten wir. Und der leichte Schimmel an der Wand entpuppte sich als komplett vermoderter Unterboden.

Das Ehepaar hatte direkt auf den Betonfussboden Verlegeplatten aus Holz gepackt, darauf einen PVC Teppich, darauf irgendwelche Holzschrankteile, darauf wieder PVC Teppich. Kein Wunder dass das Ganze wegfault. Und so sieht das dann aus:


Hinzu kommt noch ein Riss im Asbestdach und ein zugemüllter Dachboden. Wir waren schockiert. Und diskutierten einen ganzen Tag zu Hause über die neuen Ereignisse. Am nächstenTag sollte es wieder einen Termin geben, der Vorstand wollte sich ein Bild machen.

Wir nutzen den Abend und suchten sämtliche Informationen aus dem Internet zusammen. Was kann man wie tun usw. Mit einer dicken Listen ging es am nächsten Tag wieder zum Garten.

Dort trafen wir auf einen ebenfalls schockierten Vorstand. Der Gutachter müsse noch einmal kommen und die neue Situation in seine Bewertung einfließen lassen. Darauf wird nun gewartet...

Mittwoch, 2. November 2011

Kleingärtner werden

Wer sich für einen Kleingarten entscheidet, findet in jeder größeren Stadt welche. Der deutsche Bundestag hat dafür den Richtwert "1 Kleingarten auf 7-10 gartenlose Wohnungen" herausgegeben. Hannover hält dafür 5% des Stadtgebietes bereit. Das sind etwas mehr als 20.000 Kleingärten auf 1.000 Hektar.

Die Kleingärten sind in einzelne Kolonien und Vereine aufgeteilt. Die Suche sollte in Wohnungsnähe beginnen, denn mit der Pachtung eines Kleingartens bekommt man nicht nur ein Stück Land für den Grill und das Feierabend-Bier, sondern auch ein wenig Arbeit und Verpfichtungen. Mindestens ein Drittel der Fläche muss z.B. für die "Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf" verwendet werden.

Das Ganze wird im Bundeskleingartengesetz geregelt. Und wer noch nie mit Kleingärten zu tun hatte, sollte da zuvor mal einen Blick drauf werfen. Gleiches gilt für die Gartenordnung der jeweiligen Stadt und die Satzung und Regelung des Vereins, dem der Garten zugeordnet ist. Wer sich damit beschäftigt, wird schnell merken, ob er für einen Kleingarten geeignet ist. Und umgekehrt.

Im digitalen Zeitalter hat eigentlich jeder Verein eine Webseite. Dort finden sich oft Angaben zu freie Gärten. Und wenn nicht, zumindest Kontaktdaten, um diese zu erfragen. In Hannover gehören die Vereine zu einem Bezirksverband. Alle Daten finden man dort.

Hat man einen interessanten Garten gefunden, bewirbt man sich für diesen beim Verein. Der Vorstand entscheidet dann über die Vergabe. Das Gartengrundstück wird gepachtet. Dem Verein muss man dazu beitreten. Alle sich im Garten befindlichen Dinge (Häuschen, Bäume, Gerätschaften, etc) werden von einem unabhängigen Gutachter geschätzt und bei Übernahme vom neuen Pächter dem Alten abgekauft.

Der Gutachter kann dabei auch Mängel oder Verstöße aufzeigen, die der alte oder neue Pächter beseitigen muss. Es empfiehlt sich solche Auflagen bei Besichtigung zu erfragen.

Viele Städte fördern Personen mit geringem Einkommen, so dass sich jede Bevölkerungsschicht eine kleine grüne Oase selber schaffen kann.